Der Altar in der St.-Magnus-Kirche zu Sande

Bild vom Altar der St. Magnus-Kirche

Der Altar der St.-Magnus-Kirche ist als Blockaltar im unteren Bereich und als Altaraufsatz (Retabel) im oberen Bereich zu sehen. Der Blockaltar ist im Unterbau (stipes) aus Ziegelsteinen gemauert. Die Altarplatte (mensa) ist fest mit dem Unterbau vermauert.
Im Inneren verborgen sind drei Nischen, Hohlräume für die Gründungsurkunde und ein sogenanntes Reliquiengrab. Diese Nischen sind in unserem Altar leer. Der Blockaltar ist mit einer Holzplatte abgedeckt. Den Ziegelsteinen und dem Mauerverband nach zu urteilen, stammt der Altar aus der Gründungszeit der Kirche.
Der Altaraufsatz ist 1663 durch die Familie Kerker gestiftet worden. Gefertigt wurde er vom Schnitzmeister Jakop Cröpelin aus Esens (1615-1679). Er fertigte Kanzeln und Altaraufsätze in vielen Orten im nördlichen Ostfriesland. Typisch ist die eindrucksvolle Einfassung des Werkes mit Figuren, Putten und Engelsköpfen sowie Schwingen und Säulen. Diese Machart geht auf Ludwig Münstermann zurück.
Im unteren Bereich ist in der Mitte ein Gemälde mit der Darstellung des Abendmahls zu sehen. Unter dem Bild steht auf Latein:
HOC FACITE IN MEI COMMEMORATIONEM ANNO 1663

- zu deutsch: "Solches tut zu meinem Gedächtnis."

Darüber sind die drei Wappen der Stifter angebracht.

Links neben dem Bild steht die geschnitzte Figur des Mose mit den Gesetzestafeln.

Rechts steht sein Bruder Aaron mit dem Weihrauchgefäß.
In der Mitte des Altaraufsatzes ist ein Gemälde der Kreuzigung Jesu zu sehen. Das Bild hat die Überschrift:

ECCE AGNUS DEI TOLLIT PECCATA MUNDI - zu deutsch:
"Siehe, das ist das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt trägt."

Links neben dem Kreuzigungsbild befindet sich die Gestalt des Evangelisten Lukas mit dem Stier, rechts die des Johannes mit dem Adler.

Unter dem Bild steht: MEMORIAM CONDIDIT MIRACULORUM SUORUM - übersetzt:

"Er stiftete ein Gedächtnis seiner Wunder."
Im oberen Teil des Retabels befindet sich ein Oval mit den Namen der Stifter und eine Inschrift auf Latein: HOC ALTARE(M) IN HONORE(M) DEI ET ECCLESIAE ORNAMENTUM FIERI CURARUNT - übersetzt: "Ulrikus Kerker, Hinrikus Kerker und Hole Hiller haben diesen Altar zur Ehre Gottes und zum Schmuck der Kirche machen lassen."

Rechts neben dem Oval steht der Evangelist Matthäus mit dem Engel, links der Evangelist Markus mit dem Löwen.
Über allem steht der Auferstandene mit dem Kreuzstab in Siegespose und dem wehendem Leinengewand. An der rechten Körperseite sind die Wundmale zu sehen.
Der Altar ziert unsere Kirche seit 350 Jahren. Mit der farblichen Darstellung haben unsere Ahnen uns ein besonderes Werk hinterlassen. Je nach Lichteinfluss ist die Wahrnehmung unterschiedlich. Durch den neuen Anstrich der Apsis wird der Altar deutlicher hervorgehoben. Lasst uns die Geschenke unserer Vorfahren erhalten.

Lothar Mehl

 

Tag des Denkmals – 8. September 2013 – 350 Jahre Altar
Zum Tag des Denkmals stellen wir das 350-jährige Jubiläum des Altars der St.-Magnus-Kirche zu Sande in den Mittelpunkt. Seien Sie herzlich eingeladen zu folgenden Veranstaltungen:

 

Sonntag, 8. September
10 Uhr Gottesdienst zum Jubiläum, anschließend geselliges Beisammensein im Ev. Gemeindehaus
14 Uhr & 16 Uhr Kirchenführungen mit Lothar Mehl


Donnerstag, 12. September
20 Uhr Sakrale Kunst im Friesland am Beispiel des Altars der St. -Magnus-Kirche.

Ein Vortrag von Frau Professorin Dr. Antje Sander, Jever, in der St.-Magnus-Kirche

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