Kanzelbeschreibung

In der ev.-luth. St.-Magnus-Kirche zu Sande wurde die historische Kanzel restauriert.
Das Restauratoren-Team von Herrn Jaroslav Orszag, Herr Siegfried Hermann und Frau Cornelia Flamann hat die Kanzel von drei Farbschichten befreit.

In Feinstarbeit mit Spachtel und Skalpell wurden die Farbschichten abgetragen.
Jetzt ist der Originalzustand wieder hergestellt.
Die Kanzel stammt aus dem Jahre 1674 und ist eine Spende der Familien Kerker, Janzen und Brenneisen.

Sie wurde in der Schnitzerwerkstatt Cröpelin in Esens gefertigt.
Der Schnitzer Jacop Cröpelin fertigte den Altaraufsatz im Jahre 1663 und unter seinem Sohn Hinrich Cröpelin wurde 1674 die Kanzel hergestellt.
Jacop Cröpelin war bei dem berühmten Schnitzer Münstermann in Hamburg in die Lehre gegangen.

Die Kanzel ist aus Eichenholz gefertigt. Sie ist 6 eckig und ist über eine Treppe begehbar.
An den Kanzelaußenseiten sind in Kassetten die vier Evangelisten mit ihren Attributen als geschnitzte Gestalten angebracht:
Bei der Kanzeltreppe Matthäus mit dem Engel, dann Markus mit dem Löwen, Lukas mit dem Stier und schließlich Johannes mit dem Adler.
Das Besondere ist, dass der Adler beim Johannes ein Glöckchen im Schnabel hält.
Nach oben schließt ein Schalldeckel die Kanzel ab.

An der Stirnseite sind drei Wappen der Stifter angebracht.

Unter dem Schalldeckel befindet sich eine Taube, die den Heiligen Geist symbolisieren soll.
An der Rückwand der Kanzel ist eine verzierte Spendertafel mit folgendem Wortlaut angebracht:
Anno 1674 Zu Gottes Ehren haben diese Kanzel setzen lassen Henricus Kerker, Margaret Catharina Brenneisen, Ulrich Janzen.
Herr Janzen hat die Einweihung der Kanzel nicht mehr erlebt. Er starb 1673.
An der Fensterseite ist ein, aus Eisen geschmiedeter Stundenglasträger befestigt.
An Hand der Sanduhren konnten die Gottesdienstbesucher ablesen, wie lange die Predigt noch dauerte.
Die Kanzel ist jetzt in ihrem ursprünglichen Zustand zurückversetzt und strahlt eine Natürlichkeit aus. Der Gottesdienstbesucher wird nicht mehr von Farben abgelenkt und kann sich auf Gotteswort konzentrieren.
Martin Luther hätte sich bestimmt gefreut, von so einer Kanzel zu predigen.


 

 

Die Kanzel der St.-Magnus- Kirche und ihre Farben

Die Kanzel ist heute beim ersten Pfeiler an der Südseite der Kirche angebracht. Bis 1948 war
sie beim zweiten Pfeiler mittig in der Kirche.
Der aus Holz gefertigte, sechseckige Kanzelkorb und ein darüber hängender Schalldeckel sind ein markantes Augenmerk in unserer Kirche. An den vier Kanzelseitenflächen sind die Evangelisten
Matthäus, Markus, Lukas und Johannes mit ihren Attributen als geschnitzte,
erhabene Körper angebracht.

Der sechseckige Schalldeckel ist am oberen Rand mit Schnitzwerk verziert und am Rand mit den Wappen der Stifter versehen.

In der Mitte des Schalldeckels schwebt eine Taube, die den Heiligen Geist symbolisiert.
Die Kanzel wurde in der Schnitzerwerkstatt von Jacob Cröpelin aus Esens gefertigt.
Sie war ursprünglich naturfarben, nur in den Kassetten unter den Evangelisten waren in goldfarbenen Schriftzügen die Namen zu lesen.
Auf der Spendertafel zwischen Schalldeckel und Kanzelkorb sind die Namen der Spender angegeben:
Anno 1674

Zu Gottes Ehren haben diese Kanzel setzen lassen
Henricus Kerker
Margaret Catharina Breneisen
Ulrich Janzen
Der Gemeindekirchenrat hat beschlossen, die Kanzel renovieren zu lassen. Bei Farbanalysen der Restauratoren ergaben sich folgende Ergebnisse: Ursprünglich war die Kanzel naturfarbig.

Anfang des 19. Jahrhunderts galt eine hellblaue Farbe als wertvoll und somit wurde das Inventar vieler Kirchen in Norddeutschland mit dieser Farbe versehen. Das Hellblau war bis 1972 erhalten.

Nach einem Schornsteinbrand war die Kirche verrußt und es gab einen neuen Anstrich. Auch die Kanzel bekam eine neue dunkelgrüne Farbe.

Die Kassetten mit den Namen der Evangelisten wurden übermalt.
Über die endgültige Farbgestaltung ist noch kein Beschluss gefasst worden.

Hier haben die Denkmalschützer noch ein Mitspracherecht.

Lothar Mehl


 

 

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