Vermessungspunkt am Turm

Vermessungspunkt am Turm
Vermessungspunkt
am Turm

Wer den Turm auf seiner Nordseite genau betrachtet, sieht in ungefähr einem Meter Höhe einen Knauf aus dem Mauerwerk hervorragen. Dies ist ein so genannter Turmbolzen, eine spezielle Art von Höhenfestpunkt (HFP) für die Landesvermessung.
Er besteht aus Eisen und wurde waagrecht in das Mauerwerk des Kirchturms eingebracht.
Der Bolzen hat einen Durchmesser von 2 bis 3 Zentimetern und ist etwa 20 cm lang.
Er besitzt ringförmige Verdickungen, um dauerhaft und unverändert im Mauerwerk oder der Mörtelfuge zu bleiben.
Auf der Vorderseite, die einige Zentimeter aus der Wand hervorragt, ist der Bolzen knaufartig verdickt. Die umlaufenden Buchstaben sind kaum mehr zu entziffern, doch lautet die Umschrift „Königlich Preußische Landesaufnahme * Meter Normal Null“.

In der Mitte stand die Höhenangabe, die mittlerweile allerdings überhaupt nicht mehr lesbar ist.
Die Preußische Landesaufnahme wurde am 1.Januar 1875 durch Einrichtung der Stelle „Chef der Landesaufnahme“ unter Zusammenfassung mehrerer schon existierender Teile des Großen Generalstabs geschaffen.

Über das Arbeitsprogramm entschied das 1870 gegründete Zentraldirektorium der Vermessungen im
Preußischen Staat. Die Ergebnisse der Landesaufnahme, also Koordinaten der Trigonometrischen Punkte, Höhen der Nivellementspunkte und die verschiedenen Kartenwerke, wurden weniger für den militärischen Bedarf, vielmehr im gleichen Umfang, wenn nicht sogar überwiegend für öffentliche oder private Zwecke genutzt.
Der Sander Messpunkt gehört zum Deutschen Hauptdreiecksnetz (DHDN).
Dessen Punkte sind durch Triangulation bestimmt worden. Erste Dreiecksnetze wurden in Preußen ab 1832 von Ostpreußen an entlang der Küste bis nach Berlin und Lübeck beobachtet.

Im Königreich Hannover war durch den in London residierenden König Georg IV bereits im Jahr 1828 eine Landesvermessung angeordnet worden, die von dem Mathematiker Carl Friedrich Gauß, der 1991 auf dem 10-DM-Schein dargestellt wurde, geleitet wurde.
Das Hauptdreiecksnetz in Niedersachsen wurde von der preußischen Landesaufnahme in den Jahren 1875 -1887 gemessen.
In großen Ketten wurden ganze Provinzen umspannt (Hannoversche Dreieckskette) und die Zwischenräume durch Füllnetze (z. B. Wesernetz) geschlossen.
(Entnommen aus Wikipedia und kartenkunde-leichtgemacht.de)


 

 

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